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Wer von euch kennt Diabetes-Tiefs? Und wie geht ihr mit ihnen um?

Thema: Aus dem Alltag

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  • Neuster Beitrag vor 4 Tagen
Franziska hat kommentiert vor 2 Wochen 2 0

Hallo liebe Community,

Habt ihr schon das neue Video von Andreas Kläui, @klaeui, gesehen? Ich bin schwer beeindruckt, wie offen er von seinem Diabetes-Tief erzählt und habe mich gefragt, ob es euch auch manchmal so geht? Wir alle haben doch Momente, in denen man am liebsten alles hinschmeissen würde… Wie geht ihr damit um?

Ich bin gespannt auf eure Kommentare und schaut euch unbedingt Andreas’ Video an – es ist toll!

Liebe Grüsse, Franziska

 

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Giulia hat kommentiert vor 2 Wochen 3 0

Liebe Franziska
Lieber Andreas

Auch mich hat sein Video tief beeindruckt - er redet so offen und ehrlich darüber. Das ist nicht selbstverständlich. Auch ich kenne solche Tiefs nur zu gut und bin überzeugt, dass es anderen Diabetikern auch so geht.

Etwa zwei Jahre nach meiner Diagnose kam bei mir ein grosses Tief. Ich war oft wütend auf den Diabetes und hätte am liebsten alles hingeschmissen. Vorallem die Arztbesuche waren der Horror, ich hatte schon fast Angst vor der HbA1c-Wert. Ich hatte das Gefühl, mich dann vor meinem Arzt rechtfertigen zu müssen, warum er höher ist als bisher und sogar noch ansteigt. Mir war nicht immer klar, dass ich die Kontrolle ja für MICH und nicht für den Arzt mache. Ich hatte einfach so keine Lust, mich ständig um den Diabetes kümmern zu müssen. Andreas bringt es perfekt auf den Punkt: Ich lebe jetzt und nicht in zehn Jahren. JA! Ich könnte das sofort unterschreiben. 

Ich glaube, dass man sich solche Diabetes-Auszeiten durchaus auch mal "gönnen" darf. Das will keinesfalls heissen, dass man unkontrolliert isst und z.B. kein Insulin mehr spritzt, sondern ganz einfach, dass man sich wegen auch mal höheren Werten nicht fertig machen lässt. Und es einfach mal akzeptiert. Wir sind Menschen, keine Maschinen. Denn je mehr man sich selber unter Druck setzt, desto weniger kriegt man den Diabetes in den Griff, davon bin ich überzeugt. Den Diabetes und seine Werte einfach mal so annehmen, wie sie kommen. Und ich finde es schon mal ein grosser Schritt, es sich einzugestehen. Dass einem bewusst ist, dass nicht alles gut läuft. Na und? 

Bei mir hat es eine Weile gedauert, doch der Diabetes und die Werte haben sich wieder verbessert. Jetzt gibt es einfach immer noch Tage oder auch mal mehrere Tage nacheinander, an denen er mir am Allerwertesten vorbeigeht. Ist halt so. Auch mein HbA1c-Wert ist gemäss medizinischen Vorgaben noch immer zu hoch. Ist halt so. Kann ich nicht von einem Tag auf den anderen ändern. Ich will auch nicht mein gesamtes Leben von dieser einen kleinen Schei** Zahl abhängig machen. Kommt dann schon wieder. Irgendwann. Und wenn nicht, ist es halt so. 

Auch wenn ich dir Andreas von ganzem Herzen wünsche, dass es ihm bald besser geht und er den Diabetes wieder besser in Griff bekommt, tut es mir persönlich wahnsinnig gut zu hören, dass es auch anderen so geht. Manchmal habe ich fast ein schlechtes Gewissen, wenn ich über den Diabetes meckere. Wenn ich dann von anderen Diabetikern höre, dass ich nicht alleine mit solchen Problemen dastehe, tut mir das gut. Und anderen bestimmt auch.

Danke für deine ehrlichen Worte, Andreas, und alles, alles Gute! 
Und dir Franziska danke, dass du dieses wichtige Thema ansprichst! 

Kochmeister3000 hat kommentiert vor 2 Wochen 4 0

Ein Tief hatte ich noch nicht. Meine Motivation, die Werte im Griff zu haben, ist auch weniger die Angst vor Spätfolgen, sondern mehr die Angst vor den direkten Auswirkungen von einem zu hohen Blutzucker. Die Erinnerungen an die Ketoazidose bei der Diagnose sind noch zu präsent.

Ich finde aber wichtig, was Giulia schreibt: Man ist für sich selbst verantwortlich. Man muss die Krankheit nicht für den Arzt behandeln, sondern für sich. Und wenn man mal nicht mag, genug von allem hat, dann ist das ok. Niemand hat das Recht, darüber zu urteilen. Man kann sich auch schlecht in jemanden reinfühlen in solchen Dingen. Klar kann ich sagen, reiss dich mal am Riemen, kann ja nicht so schwer sein. Für den anderen ists halt vielleicht grad so. Geht mich nichts an. Und wenn die Werte einfach nicht da hinkommen, wo man sie haben möchte, frustriert das. Und man braucht mal einfach eine Pause. Absolut legitim. Man muss sich wohlfühlen. Und wenn das mit einem HbA1c von 8 ist, dann ist das so. Besser, als wenn man sich quält, um auf 6 zu kommen.

Martin_Ruegge hat kommentiert vor 2 Wochen 3 0

Mir gefällt das Video und die Offenheit und Ehrlichkeit von Andreas Kläui finde ich toll! Dies motiviert sicher viele Diabetiker, welche immer wieder in solchen Situationen stecken. Toll finde ich ja auch, dass er aktiv nach einem Ausweg sucht!
Ich persönlich motiviere mich, ähnlich wie Kochmeister, mit kurzfristigen Zielen. Allerdings sind meine jeweils mit Sport gekoppelt - es lohnt sich nicht, stundenlange Trainings auf einen Sportanlass hin zu arbeiten, dabei aber den Diabetes schleiffen zu lassen - so bin ich dann auch weniger leistungsfähig.
So habe ich meinen Weg gefunden und hoffe, dass auch Kläui (und alle anderen) Ihren Weg früher oder später finden werden!

Ruedi hat kommentiert vor 5 Tagen 1 0

Bis jetzt hatte ich scheinbar Glück, ich hatte zwar auch schon Tief's, aber noch nie wegen meinem "kleiner Monster" Kläui's Video finde ich sehr offen und er gibt viel von seinem  Innern preis. Chapeau Kläui!

Irgendwie gibt es meistens einen Weg zurück an die "Sonne" und ich wünsche Kläui, dass er seinen Weg findet und sich nicht mehr mit den Tief's auseinandersetzen muss. 

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  • Franziska
abcDE123 hat kommentiert vor 5 Tagen 1 0

Ich habe das Video auch gesehen und bin über Kläuis Ehrlichkeit beeindruckt. Ich kann ihn verstehen, denn Diabetes 1 ist doch schon happig. Ich habe Diabetes 2 und bin doch in einer konfortableren Situation. Solche Tiefs kenne ich daher nicht und schaffe es mit Diät und Tabletten auf Kurs zu bleiben. Ich wünsche Kläui auch viel Glück und "Gut Zucker". Er macht es ja für sich und seine eigene Gesundheit.

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  • Franziska
Fabiano hat kommentiert vor 4 Tagen 2 0

Hallo zämä

Hoch und Tiefs hat glaube ich jeder und das ist auch nicht schlimm.

Entscheidend ist, was man dann daraus macht!

Ich hatte während der Pubertät auch oft keine Lust auf meinen Diabetes und diesen folglich auch etwas schleifen lassen. Doch irgendwann kommt bei jedem die Einsicht, dass ein Kampf gegen den Diabetes nicht gewonnen werden kann und man einfach einen guten und für sich stimmigen bzw. gehbaren Weg finden muss.

Wenn man eine gute Beziehung zum Diabetes hat, dann darf man ihm am Wochenende auch mal direkt ins Gesicht sagen: "Heute möchte ich gerne alleine in den Ausgang".....Gute Freunde verstehen das

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  • Kochmeister3000
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