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Projekt: Diabetes Typ 1 auf Zeit

Thema: Typ F – Friends and Family

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  • Neuster Beitrag 31 Juli 2018
Nadine
Nadine
hat kommentiert 17 Juli 2018
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Hallo zusammen

Ich bin heute über einen oder besser gesagt zwei interessante Blogbeiträge gestossen: 

T1D Projekt: Diabetes auf Zeit: http://diafeelings.com/diabetes-typ-f/t1d-projekt-diabetes-auf-zeit/

T1D Projekt: Was hat sich verändert: http://diafeelings.com/diabetes-typ-f/t1d-projekt-was-hat-sich-veraendert/

Andy, der Freund von Saskia (vom Blog Diafeelings), hat sich an ein herausforderndes Projekt gewagt: Während zwei Wochen «tut er so, als ob er Diabetes hätte» - wenn man das dann überhaupt so sagen kann. Er misst seinen Blutzucker (bzw. den Glukosewert), simuliert die Insulin-Injektion und rechnet/schätzt Kohlenhydrate. 

In zwei Blogbeiträgen erzählt er von seinen Erfahrungen. Andy ist überzogen, dass ihm dieses Experiment genützt hat, seine Freundin noch besser zu verstehen - auch wenn er schon vorher ein sehr involvierter Partner war. 

Sein Fazit: Um ein guter Typ F zu sein braucht es Verständnis, Wissen und Integration.

Bin gespannt auf eure Meinungen zu diesem Selbsttest?

Und was meinen unsere Typ F @_isa_ und @Gaby

Liebe Grüsse

Nadine

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  • Snowboarder83
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Kochmeister3000
hat kommentiert 17 Juli 2018
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Grundsätzlich find ichs spannend. Hab schon mal was Ähnliches gelesen von jemand anderem.

Die Simulation hat aber einen Haken. Wenn er sich verschätzt, passiert nichts. Und das ist wohl das Einschneidende bei der ganzen Berechnerei. Sie ist wohl mühsam, aber irgendwann macht mans wie automatisch. Und bemerkt erst, wenn die Werte nicht stimmen oder man Hyposymptome spürt, dass etwas krumm gelaufen ist. Auch den Frust, den man erlebt, wenn man drei Wochen lang Menge X für eine Scheibe Toastbrot spritzt und damit immer gute Werte hat, einen Tag später aber plötzlich zu hoch oder zu tief liegt, obschon man gar nichts verändert hat, wird er mit der Simulation nicht erleben.

Andererseits wird er sich in den zwei Wochen übermässig stark mit dem Diabetes auseinandersetzen. Wohl so, wie wenn jemand die Diagnose neu bekommt. Alles ist neu, jedes kleine bisschen (oder besser: Bisschen) wird genau analysiert, ein vergessener Pen bedeutet grad eine Sinnkrise ... die Entspannung, die man nach einigen Jahren mit der Krankheit (hoffentlich) erlebt, die wird er auch nicht erfahren. Die "Handglänk mal Pi"-Phase. Erreicht man die, verliert die Krankheit viel von ihrem Stress. Natürlich ists noch immer ein immenser Aufwand, den man sicher nicht bräuchte.

Ich finds aber eine gute Sache, wenn sich jemand so mit der Erkrankung des Partners auseinandersetzt. Diabetes ist da ja noch relativ einfach zu simulieren, von den Symptomen mal abgesehen.

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  • Ruedi
  • Nadine
Ruedi
hat kommentiert 17 Juli 2018
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Also, es tönt recht interessant das Experiment von Andy und ich gehe mit Kochmeister3000 einig, das dieses Experiment interessante Aspekte bringt und das Verständnis für diese Krankheit verbessern kann, aber eben, wenn etwas vergessen geht, bleibt es ohne Folgen.

Trotzdem finde ich als Typ 2-er dieses Experiment als gute Sache und danke Andy für seine Arbeit.

 

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Fabiano
Fabiano
hat kommentiert 17 Juli 2018
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Ich schliesse mich dem Kochmeister an. Netter Versuch, aber nicht mehr und nicht weniger.

Sensibilisierung fürs Thema ist wichtig, aber ob dies der richtige Weg ist?

Was ich aber spannend fand: die ziemliche wellenförmige BZ-Kurve des Probanden. Hätte die Kurve viel flacher erwartet...

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Kochmeister3000
hat kommentiert 17 Juli 2018
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Als ich das Libre neu hatte, hab ich auch mal nach "Kurven" von Gesunden gesucht und erstaunt festgestellt, dass die vermeintlich grade Linie halt doch auch bei ihnen recht wellig daherkommt. Der Zucker schwankt halt bei jedem. Uns fehlt jedoch das Mittel, dem gegenzusteuern. Wir dürfen uns aber nicht verrückt machen, wenn wir auf dem Display die Berner Alpen sehen. Holland hat kaum jemand.

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Fabiano
Fabiano
hat kommentiert 17 Juli 2018
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EIn Hoch auf die Alpen

Kochmeister3000
hat kommentiert 17 Juli 2018
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Ausserdem kenn ich die Skala auf dem Gerät nicht. Wenn ich meine Libre-Kurve auf dem Reader anschau, schauts gerne dramatischer aus, als wenn ichs in der Software auf dem Computer seh. Weil gestaucht.

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Nadine
Nadine
hat kommentiert 17 Juli 2018
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Fabiano schreibt:

 

Was ich aber spannend fand: die ziemliche wellenförmige BZ-Kurve des Probanden. Hätte die Kurve viel flacher erwartet...

 

Das fand ich auch sehr spannend. Und Andys Erklärung dann auch ziemlich "härzig" :

 All eure Vorschläge habe ich schon auf meine To-Do-Liste gesetzt und arbeite die nach und nach ab. Ich poste die Lebensmittel und Werte immer auf Instagram, aber um das übersichtlicher zu machen werde ich abschließend eine Zusammenfassung schreiben, mit Clarity-Screenshoots. Warum ich mir diese Arbeit mache? Weil ihr, Typ 1 Diabetiker, manchmal gar nichts für eure Werte oder Schwankungen könnt. Auch meine Linie ist nicht gerade, besonders nicht nachts. Teilweise lauft ihr sogar besser mit euren Basalraten. Also ist es doch bestimmt eine Erleichterung, genau das mal schwarz auf weiß zu sehen.

Fabiano
Fabiano
hat kommentiert 18 Juli 2018
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Kochmeister3000 schreibt:

Ausserdem kenn ich die Skala auf dem Gerät nicht. Wenn ich meine Libre-Kurve auf dem Reader anschau, schauts gerne dramatischer aus, als wenn ichs in der Software auf dem Computer seh. Weil gestaucht.

 

Standardmässig ist die Skala von 0-22 mmol/l

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Fabiano
Fabiano
hat kommentiert 18 Juli 2018
2 0

Ich habe mir noch überlegt, dass wir Typ1-ler mal eine Gegenprojekt starten könnten:

1 Tag so tun, als hätten wir NICHT Diabetes!

--> 1 4 4 heisi gseit, wie isch das nume passiert hei si gseit, hueresiech hei si gseit u si winke d Ambulanz härä hie hie hie hei si gseit hie hie!!

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  • Martin_Ruegge
Jens
hat kommentiert 18 Juli 2018
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Ich finde es toll, wenn sich die Mitmenschen mal in eine andere Haut versuchen reinzufühlen. Egal um welches "Problem" es geht. Es geht ums Verständis für die Person/Sache. Das geht aber nicht in 6-8 Sekunden und es muss auch nicht gleich über Wochen dauern. Sich mit sowas etwas länger auseinander zu setzten braucht aber mehr als das allgemeine 2 Sekunden dauernde "mmmhhh, schlimm" (....und tschüss, wen interessierts?)

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  • Ruedi
Ruedi
hat kommentiert 18 Juli 2018
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@Fabiano  Da hesch jo wider emau de Vogel abgschosse, so isch es, auso mach das Experimänt nid, dini bede Froueli u no es paar angeri hättid kei Freud da dra.

Hesch no Gurke?

Fabiano
Fabiano
hat kommentiert 18 Juli 2018
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Jepp hani no, aber nümm sooooooo viu....Wäge?

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  • Ruedi
Ruedi
hat kommentiert 18 Juli 2018
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Si si am wachse und id Gläser gumpe!.................😇🥒🌶chunsch drus????

Fabiano
Fabiano
hat kommentiert 18 Juli 2018
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juhuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!

(Vorsicht: Nicht abschweifen, sonst gibts Haue...)

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  • Ruedi
Ruedi
hat kommentiert 18 Juli 2018
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nur kei Angscht, i ha  ne breite Rügge u es isch ja öpis wo Diabetiker dörfe näh!😉

_isa_
hat kommentiert 31 Juli 2018
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Oh, gar nicht gesehen, dass ich von @Nadine markiert wurde. Äxgüsi.

Natürlich verstehe ich die kritischen Einwände von einigen Betroffenen, dass alles, was bei dem Projekt "Diabetes auf Zeit" gemacht wird, für einen gesunden Menschen folgefrei bleibt. Keine Hypos bei zu niedrigen Werten, keine Kopfschmerzen bei zu hohen Werten. Trotzdem bin ich der Meinung, dass es bei einem gesunden Menschen doch einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Ich beschäftige mich oft mit der Frage, wie es sich anfühlt, Diabetes zu haben. Ich bekomme als Typ F-ler viel mit und ich lasse mir von @klaeui alles genau beschreiben. Es ist wohl trotzdem nur ein Bruchteil dessen, wie es wirklich ist. Aber auch als Typ F-ler mache ich gewisse Gefühle zumindest teilweise mit. Ich freue mich mit @klaeui, wenn er einen guten Tag mit tollen Werten hat, aber ich leide auch mit, wenn es ihm nicht gut geht und aufgrund der hohen Blutzuckerwerte verzweifelt, weil sein Körper das Insulin zu ignorieren scheint. Ich leide auch mit ihm mit, wenn er sich stechen muss und das Geräusch des Blutzuckermessgerätes kann ich unterdessen nachahmen und weiss genau, nach wie vielen Sekunden der Wert angezeigt wird. Wenn er einen Hypo hat, weiche ich ihm nicht von der Seite, ausser um Schokolade oder Traubenzucker zu holen, dann renne ich.

Klar, das Gefühl, dass es tödlich sein kann, wenn man nicht korrekt zu seinem Diabetes schaut, sitzt mir als Typ F-ler nicht im Nacken. Beschäftigen tut es mich trotzdem, schliesslich ist er ein wichtiger Mensch in meinem Leben und um wichtige Menschen sorgt man sich (zumindest ich). Trotzdem, oder gerade deswegen, möchte ich ihm so gut es geht nachfühlen, damit ich das Verständnis dafür entwicklen kann, wie ich ihm in gewissen Situationen helfen kann oder wie ich zumindest gewisse Dinge für ihn erträglicher machen kann. Mit den drei Faktoren Verständnis, Wissen und Integration bin ich ebenfalls einverstanden, aber bei der Integration kommt es darauf an, wie stark einem der Partner integrieren lässt. Diese Grenze muss man immer respektieren und darf nicht überschritten werden. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass nicht alle so offen sind, jemanden so nah an sich und den Diabetes heranzulassen.

Ob das Projekt jetzt für einen Typ F-ler von grossem Nutzen ist, sei dahingestellt. Ein Typ F-ler ist durch die enge Beziehung mit einem Betroffenen oftmals schon so eingebunden, dass ein grosses Verständnis und Sensibilität vorhanden ist. Für wen ich aber ein solches Projekt durchaus für sinnvoll erachte, sind die ErnährungsberaterInnen und (Haus-)Ärzte. Während dem Studium sollte das jeder für eine oder zwei Wochen durchführen müssen. Soweit ich weiss, ist das bei der Ausbildung zum Ernährungsberater bereits so im Lehrplan drin (?!). Dies würde eventuell helfen, dass man sich als Diabetiker nicht mehr irgendwelche unnötigen Ratschläge oder Bemerkungen anhören muss und vor dem Kopf gestossen wird.

Wie dem auch sei, ich habe grossen Respekt vor dem Projekt und vor jedem, der den Selbstversuch macht. Ich weiss nicht, ob ich sowas ebenfalls machen würde, wenn mir die Gelegenheit geboten würde. Das gäbe wohl ein paar schlaflose Nächte bei mir

 

 

Kochmeister3000
hat kommentiert 31 Juli 2018
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Die Idee, das Projekt für die „Professionals“ einzuführen, find ich wirklich gut. Ich hatte das Glück, bei meinen bisherigen Ärzten immer auf Verständnis zu stossen, resp. wurde mir auch schon gesagt, ich solls mal etwas lockerer angehen ...

Aber man liest schon auch andere Erfahrungen. Und sowas könnte vielleicht etwas helfen.

Ruedi
hat kommentiert 31 Juli 2018
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@_isa_  ich habe deinen Beitrag mit grossem Interesse gelesen und finde deine Ansicht sehr gut, ja es stimmt, als Typ F-ler braucht es viel Einfühlungsvermögen, um seinen "kranken" Partner zu verstehen und ihm zur Seite zu stehen, ohne ihn zu bevormunden oder einzuengen.

Ich wünsche euch beiden noch viele gemeinsame, glückliche Tage, Monate , ja Jahre.

Lieber Gruss Ruedi

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  • Nadine
Ruedi
hat kommentiert 31 Juli 2018
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@Kochmeister3000  Bei meinem Hausarzt, als meine direkte Ansprechperson bei medizinischen Problemen, bin ich immer auf grosses Verständnis und Hilfe gestossen und zwar nicht einfach mit einer neuen Packung Medi's, sondern mit fundierten Lösungen. Gute Ärzte sind leider noch nicht die überwiegende Mehrzahl,...............😉🤔

_isa_
hat kommentiert 31 Juli 2018
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@Ruedi Dank dir vielmals Ich hoffe auch, dass aus Monaten Jahre werden ;-)

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